
Vor wenigen Tagen stand ich vor der Maschine, mit der mein Berufsleben begonnen hat. Sie steht heute im Museum.
Die These, die mich seit diesem Abend nicht loslässt: Technologiewandel scheitert nie an der Technik. Er scheitert an der Reihenfolge.
Ich habe 15 Jahre lang eine Druckerei geführt und den Wandel vom Bleisatz bis zum Digitaldruck aus nächster Nähe erlebt. Betriebe, die zu lange an der perfekten alten Lösung festhielten, sind verschwunden. Betriebe, die zuerst ihre Prozesse verstanden und dann investierten, sind stark geworden.
Genau diesen Fehler sehe ich heute wieder, nur mit anderem Etikett. Unternehmen kaufen KI-Werkzeuge, bevor sie wissen, wo in ihren Abläufen überhaupt Zeit verloren geht. Dann wundern sie sich, dass das Pilotprojekt nach drei Monaten in der Schublade landet.
Die Reihenfolge, die damals funktioniert hat und heute wieder funktioniert:
✅ Erst verstehen, wo Wissen nur in Köpfen steckt, dann Werkzeuge suchen
✅ Klein anfangen, mit einem abgegrenzten Fall, nicht mit der großen Lösung
✅ Die Belegschaft von Anfang an mitnehmen, nicht nachträglich informieren
✅ Das eigene Fachwissen als Wert behandeln, nicht als Nebensache
Der Unterschied zu damals: Heute gibt es mit dem EU AI Act einen rechtlichen Rahmen, der von der ersten Entscheidung an mitgedacht werden will. Wer die Reihenfolge trotzdem umdreht, kauft nicht nur unpassende Werkzeuge, sondern auch Risiko.
Ich sehe das immer wieder in Gesprächen mit Geschäftsführern: Die Unsicherheit kommt nicht aus mangelndem Willen. Sie kommt aus der Menge an Anbietern, die mit der Technik werben, statt zuerst nach dem Betrieb zu fragen.
Eine ehrliche Standortbestimmung kostet Zeit, aber sie spart die Monate, die ein falsch aufgesetztes Pilotprojekt am Ende kostet. Das ist meine feste Überzeugung nach 30 Jahren Industrieerfahrung.
Wie ist die Reihenfolge in Ihrem Betrieb bisher gelaufen? Erst die Prozesse verstanden oder zuerst ein Tool ausprobiert?
#KIStrategium #Mittelstand #KIimMittelstand #Technologiewandel
Transparenz: Text mit KI-Unterstützung erstellt.


