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    Illustration: Blick aus dem Autocockpit auf eine gerade Straße bei Sonnenuntergang, Symbolbild für KI im Mittelstand

    Im Sommer saß ich mit einem Unternehmer aus der Edelstahlverarbeitung zusammen. Mitten im Gespräch stellte er die Frage, die mir in dieser Form seitdem fast jede Woche begegnet: „Was bringt mir KI als Chef ganz konkret?“ Ich habe angefangen zu antworten und gemerkt, dass eine ehrliche Antwort mehr Zeit braucht, als ein Termin hergibt. Sie hängt davon ab, wo ein Betrieb steht, wie schnell er fahren will und welches Risiko er dabei tragen kann.

    Also habe ich die Antwort aufgeschrieben. Daraus ist mein Buch „Landstraße oder Autobahn? Was wirklich passiert, wenn Sie KI machen lassen“ entstanden. Und weil ich Unternehmern täglich zeige, was KI im Arbeitsalltag leisten kann, lag es nahe, das Buch selbst mit KI zu schreiben. In diesem Beitrag erzähle ich, wie das abgelaufen ist und wo die Grenze zwischen meiner Arbeit und der Arbeit der Maschine verläuft.

    Am Anfang stand ein Konzept, kein Kapitel

    Der größte Fehler beim Schreiben mit KI ist der Satz „Schreib mir ein Buch über …“. Heraus kommt ein Text, der nach allem und nach niemandem klingt. Ich habe deshalb mit einem Feinkonzept begonnen und dafür zuerst Fragen geklärt, die nur ich beantworten konnte: Für wen schreibe ich? Für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer im Mittelstand. Wie umfangreich soll es werden? Schlank, gut an zwei Abenden lesbar. Wie viel Technik verträgt der Text? So viel, wie für eine Entscheidung nötig ist.

    Mit diesen Leitplanken hat mir die KI geholfen, die Struktur zu sortieren. Dabei ist die Doppelstruktur entstanden, die das Buch trägt. Die Straße beschreibt sechs Stufen, auf denen ein Betrieb KI einsetzen kann: vom Feldweg über Landstraße, Bundesstraße und Autobahnauffahrt bis zur rechten Spur und schließlich zur Überholspur. Das Fahrzeug ist das KI-Betriebssystem des Unternehmens mit vier Bausteinen, die Stufe für Stufe dazukommen: Wissen, Verbindungen, Fähigkeiten und Routinen. Wer das Buch liest, weiß danach, auf welcher Straße er gerade unterwegs ist und was sein Fahrzeug für die nächste Etappe braucht.

    Warum eine erfundene Firma die Theorie trägt

    Eine Roadmap allein liest sich wie ein Beipackzettel. Damit die Stufen greifbar werden, begleitet das Buch eine erfundene Firma: die Berger & Sohn Maschinenbau mit ihrem Chef Matthias Berger. Ein Jahr lang erleben wir, wie Berger vom ersten vorsichtigen Ausprobieren bis zum eingespielten Agenten-Team kommt, mit allen Zweifeln, Rückschlägen und Aha-Momenten. Sein Sohn Jonas treibt das Thema an, die Vertriebsleiterin Katrin Ohlsen bleibt skeptisch, und langjährige Kunden sorgen dafür, dass die Geschichte nie zu glatt läuft. Zwischen den Kapiteln stehen Auszüge aus Bergers Logbuch, in denen er notiert, was ihm an der jeweiligen Stufe gefällt und was ihn umtreibt.

    Diese Figuren hat die KI nicht erfunden, damit ich weniger denken muss. Sie sind entstanden, weil ich aus vielen Gesprächen weiß, wie solche Situationen in echten Betrieben aussehen. Die KI war dabei mein Sparringspartner: Sie hat Szenen vorgeschlagen, ich habe ausgewählt, verworfen und umgeschrieben.

    Ein Probekapitel als Stilreferenz

    Bevor das ganze Buch entstand, habe ich ein einziges Kapitel ausgearbeitet: Kapitel 7, die Autobahnauffahrt. Darin steht die Szene, die mir bis heute am meisten bedeutet. Bergers KI-System bereitet ein Angebot für einen langjährigen Kunden vor, sauber kalkuliert und mit einem Klick freizugeben. Berger zögert, weil er diesem Kunden auf einer Messe per Handschlag einen Sonderpreis zugesagt hat, der nirgends aufgeschrieben ist. Daraus entsteht der Satz, der sich durch das ganze Buch zieht: „Was nicht aufgeschrieben ist, existiert für Ihr System nicht.“

    Erst als Ton, Erzählweise und Tiefe dieses Kapitels stimmten, ging es weiter. Das Probekapitel wurde zur Stilreferenz für alle anderen Kapitel. Diese Arbeitsweise empfehle ich auch Unternehmen, die KI für Texte einsetzen: Ein freigegebenes Muster bringt mehr als jede noch so lange Anweisung.

    Kapitelbilder in goldener Linienkunst

    Jedes Kapitel beginnt mit einem ganzseitigen Bild. Ich habe drei Bildrichtungen gegeneinander getestet: fotorealistisch, malerisch und eine goldene Linienkunst, in der Straßen zu Leiterbahnen einer Platine werden. Die Wahl fiel auf die Linienkunst, weil sie Mittelstand und Technik in einem Motiv verbindet. Damit die Bilder wie aus einem Guss wirken, wurden alle Farben anschließend auf einen gemeinsamen Hintergrundton und einen einheitlichen Goldton abgestimmt. Alle Bilder sind mit KI erstellt und entsprechend gekennzeichnet.

    Beim Titelbild habe ich eine Lektion gelernt, die ich seitdem jedem weitergebe: Wenn ein Entwurf gelobt wird, behält man ihn und ändert nur, was beanstandet wurde. Ein komplett neu erzeugtes Bild hat mit dem gelobten Stand oft wenig gemeinsam.

    Das Handschuhfach: der praktische Teil

    Am Ende des Buches steht ein eigener Teil, den ich das Handschuhfach nenne. Darin liegen ein ausführlicher Selbsttest, Fahrpläne für jede Stufe, eine Datenschutz-Checkliste, zehn Fragen an jeden KI-Anbieter, die häufigsten Fragen aus meinen Gesprächen und ein Glossar. Gerade dieser Teil profitiert von KI als Werkzeug, weil Checklisten Vollständigkeit verlangen. Ob ein Punkt in die Praxis eines mittelständischen Betriebs passt, habe ich trotzdem Zeile für Zeile selbst entschieden.

    Was KI beim Schreiben leistet und was beim Menschen bleibt

    Vom ersten Konzept bis zum gedruckten Buch vergingen wenige Wochen. Ohne KI hätte ich dafür viele Monate gebraucht. Die Maschine hat mir beim Gliedern, beim Formulieren erster Fassungen, bei den Bildern und beim Satz enorm viel Zeit gespart. Bei mir geblieben sind die Fragen, auf die es ankommt: Was gehört in dieses Buch? Wie soll es klingen? Stimmt das, was da steht, mit dem überein, was ich in Betrieben erlebe? Und darf es so in Druck gehen?

    Genau diese Arbeitsteilung erlebe ich auch in den Unternehmen, die ich begleite. KI macht Arbeit schneller und oft besser, und die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Menschen. Wer das verinnerlicht hat, kann mit KI sehr weit kommen, auf der Landstraße ebenso wie auf der Autobahn.

    „Landstraße oder Autobahn?“ gibt es direkt bei mir als Hardcover und als E-Book: buecher.ki-strategium.de

    Häufige Fragen

    Hat die KI das Buch allein geschrieben?

    Nein. Konzept, Zielgruppe, Figuren, Stil und jede inhaltliche Entscheidung stammen von mir. Die KI hat beim Gliedern, bei ersten Textfassungen, bei den Kapitelbildern und beim Satz geholfen. Jedes Kapitel habe ich gelesen, überarbeitet und freigegeben.

    Für wen ist „Landstraße oder Autobahn?“ geschrieben?

    Für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen, die erste Erfahrungen mit KI gesammelt haben und entscheiden wollen, wie weit und wie schnell sie gehen. Technisches Vorwissen ist nicht nötig.

    Sind die Firma und die Personen im Buch echt?

    Nein. Die Berger & Sohn Maschinenbau und alle Figuren sind frei erfunden. Die Situationen beruhen aber auf typischen Erfahrungen aus Beratungsgesprächen im Mittelstand.

    Wo kann ich das Buch kaufen?

    Das Buch gibt es ausschließlich im Direktverkauf unter buecher.ki-strategium.de, als Hardcover für 29,90 Euro zuzüglich Versand und als E-Book für 16,90 Euro.